Die genaue Offline-Analyse von Partikel- und Tröpfchensystemen hängt von der erfolgreichen Entnahme und Aufbereitung einer repräsentativen Probe aus dem Prozessstrom ab. Dieses Verfahren ist oft komplex, da die meisten Offline-Techniken strenge Beschränkungen für den messbaren Bereich der Partikelkonzentration, -größe und -form auferlegen.
Die Probenvorbereitung kann ein arbeitsintensiver und teurer mehrstufiger Prozess sein, der möglicherweise zu Fehlern führt, die sich auf die endgültigen Daten zur Partikelgrößenverteilung auswirken. Gängige Vorbereitungsmethoden wie Filtrieren, Trocknen, Unterprobenahme, Redispergierung und Verdünnung müssen sorgfältig kontrolliert werden, um Veränderungen an der Probe zu vermeiden.
Veränderte Probenform/-größe aufgrund einer veränderten Partikelumgebung
Diese Schritte zur Probenvorbereitung können die interessierenden Partikel oder Tröpfchen erheblich verändern. Selbst bei größter Sorgfalt und Präzision bei der Probenahme und Probenvorbereitung können sich die tatsächlich analysierten Partikel deutlich von den Partikeln unterscheiden, die ursprünglich im Prozessgefäß vorhanden waren. Zum Beispiel unterscheidet sich das Bild von Mannitolkristallen, das mit Echtzeitmikroskopie aufgenommen wurde (Abbildung A), signifikant von dem, das mit einem Standard-Offline-Lichtmikroskop aufgenommen wurde (Abbildung B). Die Probenahme und Vorbereitung für die Offline-Mikroskopanalyse hat zu erheblichen Brüchen geführt, und empfindliche dendritische Strukturen, die während des Prozesses beobachtet werden, bleiben unentdeckt.
Annehmen einer sphärischen Form
Die Partikelgröße von nicht-sphärischen Partikeln wird oft mit einem äquivalenten Durchmesser angegeben. In den rechten Figuren sind zum Beispiel Partikel mit unterschiedlichen Formen, aber gleichwertigen Volumina dargestellt. Wenn die Partikelgröße auf der Grundlage des Volumens angegeben wird, sind die kugelförmige Probe und die nadelförmige Probe identisch. Das Verhalten und der Durchsatz beim Sieben der beiden Proben können jedoch sehr unterschiedlich sein, da ihre Siebdurchmesser und -formen bei weitem nicht identisch sind. Daher sollte darauf geachtet werden, wie sich die Form auf die Ergebnisse der Partikelgrößenanalyse auswirkt, und, wenn möglich, die Partikelform mit einer Technik wie der EasyViewer-Bildgebung zu bestimmen.
Auswirkungen der Zeitverzögerung
Da die meisten Partikelprozessströme mit einer Feststoffbelastung arbeiten, die viel höher ist als bei herkömmlichen Partikelgrößenanalysatoren, ist eine sorgfältige und zeitaufwändige Probenvorbereitung für die Messung erforderlich. Auch die Messung und Analyse nimmt Zeit in Anspruch, von minimalen Minuten (z.B. durch Lichtstreumethoden) bis hin zu noch längeren (z.B. durch Siebung und Offline-Mikroskopie).
Um kontinuierliche Informationen zu erhalten, müssten die Proben häufig manuell entnommen und on-the-fly analysiert werden. Dieser Ansatz kann auch ein inakzeptables Maß an Risiken mit sich bringen, insbesondere bei Prozessen bei erhöhten Temperaturen und Drücken mit giftigen oder explosiven Schlämmen und Lösungsmitteln. Die unvermeidliche Zeitverzögerung zwischen der Probenahme und dem Erhalt der Ergebnisse mit Offline-Tools macht es schwierig, sie für eine echte Echtzeitmessung zu implementieren, und macht sie ungeeignet für die kontinuierliche Überwachung des Prozesses, da er sich im Laufe der Zeit ändert. Inline-Partikelgrößenanalysatoren sind die empfohlene Alternative.